Das Winterrad

Das Winterrad ist extremen Belastungen wie Feuchtichkeit und Salz ausgesetzt. Korrosion, schlechte Bremswirkung und extremer verschleiss sind die Folgen.
Deshalb sollte kein "gutes" Fahrrad im Winter eingesetzt werden, vielmehr sollte man sich für diesen Zweck ein altes Rad so herrichten dass es den Winter übersteht und in jeder Situation verkehrstüchtig bleibt.

Was ein Winterrad braucht und nicht braucht


Schaltung:
Eine Kettenschaltung hat bei Eis, Schnee und Salz nichts mehr verloren, der Verschleis ist zu groß. Ich rate da zu einer Nabenschaltung und ausnamsweise zu einer Rücktrittbremse, Trommelbremsen oder Rollsnbremsen sind auch geeignet, haben aber oft eine schlechte Bremsleistung.


Verzinkte und verchomte Bauteile:
Schrauben, Scheiben, Bandagen, Züge usw, diese korrodieren so schnell dass z.B. Schrauben nach kurzer Zeit nicht mehr zu bewegen sind. Schrauben und Züge am Winterrad müssen aus rostfreien Edelstahl sein. Schon eine verzinkte Scheibe genügt um auch eine Edelstahlschraube zur Korrosion zu bringen.

Federgabel:
Braucht ein Winterrad nicht.(siehe Federgabel auf der Startseite)

Bremsen:
Scheibenbremsen sind im allgemeinen auch nicht wintertauglich. Das Salz und der feine Staub im Schnee(matsch) setzen den Bremszangen zu. das Ergebnis sind schleifende Bremsen die nur mit hohem Aufwand (oder auch nicht mehr) wieder zu mobilisieren sind. Felgenbremsen werden durch die nassen Felgen auch nicht in jeder Situation die gewünschte Bremsleistung bringen. Rollen- und Trommelbremsen haben zwar eine geringere Bremsleistung als andere Bremsen. Sie sind aber witterungsunabhängig einsetzbar.

Licht:
Final hat ein Seitenläufer-Dynamo am Winterrad gar nichts mehr verloren. Seitenläufer werden auf nassen und kalten Reifen durchrutschen und das Licht wird ausgehen. Ein Nabendynamo ist am Winterrad ein muss. Die Alternative Batterielicht ist auch teuer; entweder man kauft eine guten LED-Scheinwerfer (teuer, braucht aber wenig Strom) oder einen billigen Halogenstrahler der viel Strom und damit auch viele Batterien braucht.
Batterielicht ist doch eigentlich klasse oder?
--> Probleme mit Batterielichtern
* Batterien und speziell Akkus haben bei Kälte eine geringere Leistung.
* Wenn man das Licht braucht sind die Batterien leer oder die Akkus nicht geladen.
* schlechte Ladegeräte machen die Akkus kaputt.
* Wenn man nach dem Sommer das Licht wieder braucht sind die Batterien ausgelaufen und die Lampe futsch.
* Die meisten Batterielichter haben keine Zulassung, viele davon sind bestenfalls als Taschenlampe zu gebrauchen und blenden den Gegenverkehr unnötig.
* ...
* Neuerdings verkauft ein Hersteller eine 80Lux Helmleuchte. Wenn Ihr von so einem Beam im Auge getroffen werdet, seht Ihr für Minuten nichts mehr. Wenn ein Autofahrer mit so einem Licht geblendet wird, wird er sein Fernlicht einschalten. So einen Unfug bekommt Ihr gar nicht von mir.

Reifen:
Wer im Winter bei Schnee und Eis fahren will braucht Spikes-Reifen. Spikes sind für Kraftfahrzeuge verboten weil diese die Straße beschädigen. Am Fahrrad sind Spikes kein Problem.
Spikes-Reifen bieten erstaunlichen Gripgewinn, auch auf Eisplatten. Mit Normalreifen bei Schnee und Eis hat man keine Change. Ein Sturz ist einer zu viel. Diese Reifen sind aufgrund der niedrigen Temparaturen (Gummi wird hart) und der extremen Belastung beim Fahren nicht lange haltbar. Spikes-Reifen halten ca. 3 Jahre. Im Sommer solten sie lichtgeschützt und kühl gelagert werden. Der Sicherheitsgewinn ist wie gesagt so enorm so dass der relativ hohe Preis der Reifen kompensiert wird.
Die Reifen sollten so breit wie möglich gewählt werden. für 26Zoll Laufräder sind gibt es breitere Reifen als für 28Zoll. Je schmäler die Reifen sind desto leichter und weiter sinkt man in den Schnee, was die Fortbewegung erschwerlich macht. Die Schutzbleche sollten dabei einen großen Abstand zum Reifen haben damit sich der Spalt nicht zusetzen kann.

Lagerung:
Schmelzendes Wasser kann in die Züge und Lager eindringen und dort wieder gefrieren. Dadurch werden die Züge unbedienbar, die Bremsen und Schaltung können total ausfallen.
Es ist besser ein Winterrad unbeheizt zu lagern. Stellt man es trotzdem in einen warmen Raum sollte das Rad dort solange stehen bis auch eingedrungenes Wasser abgetrocknet ist.

Fazit:

Ein Winterrad ist kein billiges Rad. Der extreme Verschleis fordert Die Auswahl hochwertiger Komponenten. Nach dem Winter muss das Rad vor dem Einlagern vom Salz befreit werden dass man im nächsten Jahr wieder Freude daran hat.

einige "must have´s" für das Winterrad



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Dazu eine 40 Lux LED Beleuchtung die ab 60 EUR zu haben ist.

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Für den normalen Fahrer, 100-120 Spikes 40 EUR Ist ein Marathon, 200-240 Spikes 50 EUR Für den Extemisten, 304-360 Spikes ab 65 EUR



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